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 6. Mai 2022   «Italianità» 
 

Erster Teil

Italianità – Wer kennt sie nicht, die Klischees der italienischen Lebensart. Sie reichen von omnipräsenter und berühmter Kulinarik über den einzig richtigen Kaffee bis zu kleinsten Autos, die auch in engen historischen Gassen nicht stecken bleiben. Doch in erster Linie ist damit natürlich das südländische Temperament gemeint, die Leidenschaft und Lebensfreude, die sich im besonderen auch in der Musik zeigt.

Die Balladen Neapels zum Beispiel gehören zum Melancholischsten und Schönsten, was die Menschheit an Melodien hervorgebracht hat. Und in ihren Volksliedern bringen die Italiener mit Humor und Leidenschaft das Alltagsleben in unverwechselbarer Weise zum Ausdruck.

Die Sängerin Nelly Patty, die mit ihrer lyrischen Stimme heute vorwiegend Chansons und Pop interpretiert, findet in diesen Liedern zurück zu ihren Wurzeln. Obwohl in Frankreich zweisprachig aufgewachsen, wurde durch ihren italienischen Grossvater bei ihr schon als Kind die Liebe und Leidenschaft für die Kultur Italiens geweckt. Fabian Müller bringt diese Melodien in Transkriptionen für Gesang und zwei Violoncelli in einen völlig neuen Kontext in dem sich Volkston mit klassischen Klängen zu einer einzigartigen Synthese verbinden. Zusammen mit Pi-Chin Chien begleitet er Nelly Patty am Cello.

Zweiter Teil

Ein Italiener und ein Streichquartett? Giuseppe Verdi wagte sich lange nicht an das Komponieren reiner Instrumentalmusik. Er hielt die sinnliche Kantilene des Operngesangs für das nationale Erbe Italiens, den Quartettsatz des Streichquartetts jedoch eher für deutsch. Dennoch hinterliess er ein Meisterwerk in dieser Gattung. Dass er die Streichquartette Mozarts, Haydns und Beethovens intensiv studiert hat, kommt in diesem seinem einzigen Streichquartett in e-Moll ebenso deutlich zum Vorschein wie sein Flair für wunderbare Kantilenen. Und neben seiner kontrapunktischen Meisterschaft scheinen auch Humor und volkstümliche Rhythmen immer wieder durch. Wenn nun dieses Werk von einem der herausragendsten und erfahrensten Kammermusik-Ensembles, das die Schweiz je hervorgebracht hat, dem Quatuor Sine Nomine, gespielt wird, ist ein musikalischer Hochgenuss garantiert.

Es ist selten, dass ein Werk eines Gegenwarts-Komponisten zu einem «Hit» wird. Bei Martin Wettsteins «Verdis Traum» für Streichquartett, das sich direkt auf das Streichquartett von Verdi bezieht, ist das der Fall. Ursprünglich für das Amar Quartett geschrieben, hat es in unzähligen Aufführungen von verschiedenen Quartetten Musiker und Publikum mit seinem «Drive» und Witz begeistert. Dieses Werk bildet den fulminanten Abschluss einer klingenden Reise in das Lebensgefühl Italiens!

19:30 Uhr

«Italianità» – Teil 1

Italienische Balladen & Volkslieder transkribiert für Gesang und zwei Violoncelli von Fabian Müller. Die Chanson-Sängerin Nelly Patty findet zu ihren Wurzeln und interpretiert einige der schönsten Volkslieder und Balladen in ganz neuem Klanggewand. Nelly Patty – Gesang, Pi-Chin Chien & Fabian Müller – Violoncello

«Italianità» – Teil 2

Giuseppe Verdis grandioses und einziges Streichquartett, gespielt von einem der besten Ensembles, das die Schweiz hervorgebracht hat, dem Quatuor Sine Nomine, verspricht einen Klanggenuss der Sonderklasse. Und anschliessend spielen sie das augenzwinkernde, originelle Werk «Verdis Traum» für Streichquartett von Martin Wettstein, mit dem ihm ein wahrer «Hit» der zeitgenössischen Musik gelungen ist.